In welchen Berufen es in der Schweiz viele offene Stellen gibt.

In welchen Berufen es in der Schweiz viele offene Stellen gibt.

27.03.2018

Am Schweizer Arbeitsmarkt setzt sich der Aufwärtstrend langsam, aber stetig fort. Dies zeigt sich auch in der Zahl der offenen Stellen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren. So stiegen im Januar die dort gemeldeten vakanten Stellen gegenüber dem Vormonat um 15,3% auf 12 341.

Demnach sind derzeit vor allem Mitarbeiter in der Finanzbranche, im Pharmasektor und in der IT gesucht. Besonders ausgeprägt war zu Beginn des Jahres der Zuwachs der ausgeschriebenen Stellen bei den Analytikern (+13,5%), den Managern (+9,8%), den Risikomanagern (+7,4%), den IT-Spezialisten (+5,4%) sowie den Spezialisten im Bereich Pharma, Chemie und Forschung (+5,3%).

Erholung in exportorientierten Branchen

Im vierten Quartal 2017 hat der Jobradar der Firma X28 AG knapp 178 000 Vakanzen auf den Websites von Unternehmen festgestellt, was einer Zunahme von 14% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Da Firmen längst nicht alle Jobs ausschreiben, sondern viele informell besetzen, dürften hierzulande noch wesentlich mehr Stellen offen sein.

Zugenommen haben die Vakanzen im vergangenen Jahr besonders in exportorientierten Branchen wie Uhren und Schmuck, Elektro- und Medizinaltechnik, Pharma- und Chemieindustrie, Maschinenbau, Metallindustrie und Grosshandel. Aber auch in der Gastronomie und der Hotellerie sowie im Detailhandel, in der Informatik, im Bildungs- und im Sozialwesen und in der öffentlichen Verwaltung stieg die Zahl der geschalteten Stelleninserate.

Am meisten offene Stellen gab es laut dem Jobradar Ende 2017 bei den Pflegefachleuten, Elektromonteuren, Projektleitern, Softwareentwicklern, Verkaufsberatern, Sanitärinstallateuren und Schreinern. Dies passt zur Einschätzung des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco), das starke Anzeichen für einen Fachkräftemangel im Ingenieurwesen sieht, aber auch in den Bereichen Management, Gesundheitswesen, Informatik, Werbung/Tourismus/Treuhand, Unterricht/Bildung sowie bei technischen Fachkräften.

Akzentuierter Fachkräftemangel

Laut einer am Mittwoch publizierten Umfrage von EY bei 700 Firmen in der Schweiz bekunden 62% der Betriebe Schwierigkeiten bei der Rekrutierung geeigneter Angestellter. Vom Fachkräftemangel besonders betroffen sind laut der Erhebung Unternehmen im Bau- und im Energiesektor. Über alle Branchen betrachtet, finden sich laut der Erhebung die meisten unbesetzten Positionen in technischen Bereichen. Gut zwei von fünf Unternehmen haben aufgrund des Fachkräftemangels Vakanzen in der Produktion. Laut Heinrich Christen, Managing Partner Regions bei EY in der Schweiz, spitzt sich der Fachkräftemangel schon seit einigen Jahren zu. Künftig seien Softwarespezialisten, die gleichzeitig über technisches Wissen verfügten, besonders gefragt.

Quelle: NZZ